Bergkulisse mit Ortler

Start: Do. 25.07.19 - 08:30 UHR ⟩ am Bikepoint Goldrain Madritschjoch 3.123 m Der Alpencross Klassiker

Seit der Alpencross Pionier Zeit hat das Madritschjoch einen magischen Ruf. Der Aufstieg zum Joch trotz Shuttle und Seilbahn immer noch anstrengend. Der Trail ins Martelltal dafür episch und großteils ungewohnt flowig.


Ein bleibendes Erlebnis.

In den frühen 90ern trafen wir irgendwo vor Prad einen Mountainbiker. Mit einem Mega Rucksack und einer Roadbook Rolle am Lenker suchte dieser eine nicht vorhandene Kreuzung. Als uns der Kollege einweihte über das Madritschjoch zu fahren, waren wir überrascht.

Das Madritschjoch kannten wir vom Skifahren und Skitouren im Winter. Aber seid gewiss, wir sind das Madritschjoch eine Woche später auch angegangen. Zum ersten und letzten Mal ohne Seilbahn Unterstützung.

Durchgeschwitzt vor Ortler, Zebru und Königsspitze

Shuttle und Seilbahn helfen nur halb

Mit dem Shuttle bis Sulden, dann mit der Seilbahn zur Schaubachhütte, und immer noch fehlen 500 anstrengende Höhenmeter bis zum Madritschjoch. Zum Warm fahren müssen knapp 100 m reichen, dann steigt die Jeep Piste mörderisch an.

Die dünne Luft auf 2.700 m trägt weiter dazu bei, einfach vom Bike zu steigen und zu schieben. Erst vor der Madritschhütte sind einige flache Passagen entspannt tretbar. Für einen kurzen Espresso Stop ist Zeit, dann folgen die letzten Höhenmeter zum Madritschjoch.

Großteils flowig aber technische Passagen warten.

Nun folgt ein Trail Schmaus

Auf dem Madritschjoch tummeln sich viele Wanderer und Biker. Viele Zuschauer machen die ersten steilen Passagen mit losem Untergrund nicht leichter. Schottrig und sau steil sind die ersten 100 tm. Wenn du keine Schwäche zeigen willst, müßen die Reifen immer rollen. Einerseits weil die Zuschauer zu Recht über Erosion schimpfen würden, andererseits weil sich ein blockierter Reifen in den Sand eingräbt, mit schweren Folgen für das Gespann.

Ein wenig tiefer wird's einfacher, aber eine happige Geländestufe mußt du noch überwinden. Dann bist du auf dem obersten Madritschboden. Jetzt wird's mega flowig, ja fast schon untyisch für einen hochalpinen Trail.

Schafsteige kreuzen immer wieder, es folgt dann noch eine Geländestufe und dann ist unser Mittagsziel schon in Sicht. Auf der Zufallhütte empfängt uns Ulli mit frischen Knödeln, Kaiserschmarrn, Goulasch oder Nudel.

Schöner Talblick ins Martelltal

Weiter geht's

Ein neues Highlight lockt tausende Urlauber ins Hintermartell. Eine stylische Hängebrücke und zwei Plattformen bieten Einblick in die tiefe Plimaschlucht. Sollte der Wanderansturm heute nicht übermäßig sein, werden wir über die Hängebrücke fahren und die Plattformen anschauen.

Ansonsten ist empfohlen, eine andere Trailvariante zu nehmen. Beim verfallenen Hotel Paradies angekommen, ergeben sich noch einige Trailalternativen. Dies aber nur, wenn du und deine Kollegen noch genügend Körner in Reserve sind.

Die Hängebrücke über die Plimaschlucht.

Im Geschwindigkeitsrausch

Ab dem Stausee bleiben wir auf der Straße, diverse Trailvarianten sind eher Schiebestrecken. So machen wir uns klein und rauschen talauswärts. Hinter Martell Dorf steigen wir wieder in den Tal Trail und surfen über Montani bis nach Goldrain.

Pause mit Weitblick

Für wen geeignet?

Wie gesagt, der technische Anspruch ist über viele Abschnitte nicht hoch, jedoch fordert die Abfahrt allein durch die Länge einiges von deiner Konzentration und Kraft. Wenn alle Grundtechniken perfekt sitzen und etwas alpine Erfahrung mitbringst, wird die heutige Tour sicher ein Erlebnis.

Auch bei dieser Tour wünschen wir einen normalen Helm (kein Fullface), Brille, Handschuhe und Knieschoner. Warme Kleidung gehört immer in den Rucksack.


Do. 25.07.19
Madritschjoch 3.123 m